Die Reisecen e.V.

Der Verein

Seit Dezember 2001 sind "Die Reisecen e.V." ein eingetragener Verein. Wir versuchen auf diversen Veranstaltungen ein stimmiges Bild des Hochmittelalters zu zeigen und Kultur, Leben und Alltag der Zeit von 1220-1250 darzustellen.

Die Faszination für das Mittelalter hat viele von uns schon Jahre vor der Vereinsgründung gepackt. Als wir 1997 mit diesem Hobby anfingen, war es aber noch eher ein sich Kostümieren. Einige von uns wollten sich an schottischer Geschichte versuchen. Jedoch war man 2001 so weit, dass man sich auf die eigene regionale Geschichte besann und sich nun auch einen konkreten Darstellungs-zeitraum (Mitte 13. Jh.) vorstellte.

Die ersten Statuten wurden fixiert. So entwickelte sich ein Verein, der das hohe Ziel verfolgt, eine möglichst hochwertige Darstellung nach historischen Vorlagen zu zeigen. Die Gewänder werden von uns von Hand genäht, die Zuschnitte dafür aus Originalquellen recherchiert und farbige Stoffe durchweg pflanzengefärbt, um nur ein Beispiel
zu nennen.

Auch die hochmittelalterliche Gesellschaftsstruktur wird berücksichtigt. So besteht unsere Gruppe aus einem Herrn (ministerialer Dienstadel/niederer Adel), seiner Familie und einer inzwischen recht großen zugehörigen Hofgemeinschaft (familia) an Handwerkern, Knechten, Mägden und Kindern.

Motto und Ziel unserer Vereinsarbeit ist

  • die ständige Verbesserung unserer Ausrüstung und unseres Fachwissens
  • die Weitergabe unseres "Wissens" an alle Interessierten
  • das Rekonstruieren und Ausprobieren aller möglichen Gegenstände und handwerklichen
    Techniken des hochmittelalterlichen Lebens

Diese hohen Ziele sind nicht einfach zu erreichen, aber wir arbeiten ständig daran und haben Spaß dabei!

Unser Name

Vorweg erst einmal – es spricht sich „Reiseken“ – was der Lateiner natürlich weiß und der Laie sicher ahnt, denn „Reisezen“ klingt ja auch echt blöd …

Der Begriff leitet sich ab vom altdeutschen „reisa“, was „auf Fahrt gehen“ hieß. Auf eine im mittelalterlichen Sinne gemeinte Fahrt gingen schlicht und einfach Menschen „auf Kriegszug“. Als Reisece (Reisige) bezeichnete man daher im Mittelalter bewaffnete Knechte, Dienstleute aber mitunter auch bewaffnete Reiter ganz allgemein.

Ein Verein - militant und gefährlich? Nö! Höchstens als Spaß-Guerilla … Doch Scherz beiseite: Unsere Männer pflegen ihr mittelalterliches Waffenarsenal zwar schon und geben stolz Auskunft über Schwerter, Lanzen, Armbrust und Kettenhemden – die beiden Katapulte nicht zu vergessen! Aber abgesehen von den etwas martialischer angehauchten Vereinsanfängen, die uns unseren Namen beschert haben, sind wir eindeutig eine friedliebenden Truppe. Für uns stehen heute mehr die alltäglichen Aspekte des Lebens in einem hochmittelalterlichen Ministerialen-Haushalt im Mittelpunkt – und weniger die kriegerische Ausnahmesituation. An unserem (guten) Namen hängen wir aber, denn so kennt man uns inzwischen. Und na ja … in übertragenem Sinne haben wir es immer noch mit dem Reisen – mit dem „Zeitreisen“ in eine spannende Vergangenheit.